Hoch, höher, am höchsten…

Mit Berufung auf Wirtschaftlichkeit und längst als sozialschädlich nachgewiesener Nachverdichtung scheint es einen Wettbewerb zu geben...hoch, höher, am höchsten...dicht bebaut, noch dichter... wie sieht die Steigerung davon aus?

Ein “Klein-Neuperlach” in Freilassing?

Geschmäcker sind bekanntermaßen und aus gutem Grunde verschieden. Schönheit liegt zudem auch im Auge des Betrachters. 

Ein Meter hat aber nun mal einen Meter. 

"Factsheet" Höhenentwicklung...

Auch hier ist es erstmal wieder angebracht, diesen Begriff in die heimische Sprache zu bringen. Nehmen wir einfach mal “Datenblatt”, andere sagen auch “Tischvorlage”. Beide “Papiere” verfolgen die Absicht, teilweise hoch komplexe Zusammenhänge auf kleinstem Raum zu präsentieren. Bestenfalls mit dem Ergebnis dass jeder “Leser” so erschlagen ist von Schönheit und vermutlicher Inhaltsfestigkeit, dass man eben diesen Inhalt doch glatt als einzig geltende Wahrheit, wie vom Beratungsbüro gewünscht, nahtlos und ohne Nachfrage übernimmt.

Was will man mit dem "Factsheet" Höhenentwicklung am Matulusgarten eigentlich erreichen?

Der Gegenstand der Begierde, das ach so niedliche “Leuchtturmprojekt” soll beim Leser eben genau “so” rüberkommen. NIEDLICH.

Aber, ein Meter, bleibt ein Meter.

Vergrößert man die auf dem Server der Investoren liegende pdf-Datei so, dass man die Maße auch lesen kann, kann man beispielhaft am Haus 3 Matulusgarten 13,70 m also höchstes Maß über Null herauslesen.

Welchen Sinn hat eigentlich die "Einfassung" des "Leuchtturmprojektes"

Schön mittig platziert ist eben Haus 3 – “Leuchtturmprojekt”. Links davon platziert man ein Höhenprofil vom SOLITÄR Krankenhaus, rechts davon den Wohnkomplex Petersweg, eine anerkannte Bausünde aus den siebziger Jahren.

Sinn und Zweck dieses “Factsheets” ist nicht, den Bürgerinnen und Bürgern die absolute Länge von 13,7 m zu erläutern.

Ziel ist wohl vielmehr, die planerische Gier hinter vermeintlich passenden Proportionen zu “verschleiern”.

Im “Factsheet” heißt es, die Tagespflege und insbesondere die “vorgesehenen” hohen “Qualitätsstandards” des “Leuchtturmprojekts” würden die hier deutlich höhere Geschosshöhe gegenüber den bei Otto Normalverbraucher üblichen durchschnittlichen 2,5 m Geschoßhöhe “notwendig” machen.

Muss man das jetzt so verstehen, dass bisher in Freilassing von allen anderen Investoren qualitätsminderer “Schrott” gebaut worden ist?

Ein großes Problem des gesamten "Leuchtturmprojektes" ist die Lage des Grundstücks

Ziemlich genau 1,5 km außerhalb des Stadtzentrums soll mit Hilfe dieser “Factsheet”-Argumentation der Boden bereitet werden für eine weiter wachsende “Beton-Goldgrube” der Investoren. Dies muss mit allen Tricks und unter Anwendung von legalen aber nicht immer legitimen Mitteln versucht werden. Hier soll Baurecht in weit überhöhtem Maß durchgesetzt werden. Die Stoßrichtung der Investoren wird ja auch nicht mehr verschwiegen, nächstes Ziel ist wohl, diese praktischen Grundstücke weit außerhalb der Stadt und weit außerhalb des jederzeit bebaubaren Maisackers Sonnenfeld soll in eine Goldgrube verwandelt werden. Infrastrukturkosten, Kindergärten, Schulen, das zählt alles nichts, zahlt für dieses unkontrollierte und unangepasste Wachstum letztendlich doch nur einer. Der Freilassinger Bürger.

Ist bei der Abwägung von "Gebäudehöhen" die Heranziehung von SOLTIÄRBAUTEN zulässig?

NEIN

Was haben die Geschoß- und Gebäudehöhen damit zu tun?

Normale lichte (netto) Geschoßhöhen liegen heute üblicherweise bei 2,5 m. Dies auch aus Gründen des ökonomischen Umgangs mit Baustoffen. Höhere Geschoßhöhen treiben natürlich Materialaufwand und Preis.

Brutto-Geschoßhöhen bewegen sich somit in einer Größenordnung von 2,9 m/Geschoß.

Die Wandhöhe wäre dann bei drei Vollgeschoßen bei üblicher Bauweise also 8,7 m, bei viergeschossiger Bauweise dann 11,6 m. 

“Leuchtturmprojekt” Haus 3 – lt. “Factsheet” 13,7 m.

Etwas Satire darf schon sein...

Die Silhouette bzw. das “Dachprofil” von München dürfte den meisten Lesern wohl bekannt sein.

Das hier laufende Komödienstück “Leuchtturmprojekt” übertragen auf München wäre wohl so zu sehen. 

Ein guter Planer zieht mit Hilfe eines noch besseren Beraterbüros eine direkte Linie von den Turmspitzen der beiden SOLITÄRE Frauenkirche zum Olympiaturm. 

Und jegliches Grundstück kann, nimmt man die beim Freilassinger “Leuchtturmprojekt” in Anspruch genommene “Interpretation” Höhenentwicklung Matulusgarten als angeblich so sichere Rechtsgrundlage her, mit Baurecht bis zum erreichen dieser gedachten Linie zwischen den Turmspitzen der Frauenkirche und des Olympiaturms bebaut werden.

Nur weiß auch jeder, dass München eben aus gutem Grund eben NICHT so bebaut wird bzw. bebaut worden ist. 

Hier in Freilassing wird letztendlich, so die Freilassinger Bürgerinnen und Bürger diesem “Leuchtturmprojekt” nicht die rote Karte zeigen, das Verwaltungsgericht eine Entscheidung treffen müssen. 

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