Es war einmal ein Sommermärchen…

Nein, es ist keine neue, möglicherweise gekaufte Fußball-WM gemeint...es geht um das Märchen vom "leistbaren" Wohnraum....

Die Investoren behaupten, es werde dringend benötigter Wohn-raum geschaffen: das Projekt Matulusgarten ist demnach eine Art Heilsbringer für den Freilassinger Wohnungsmarkt. Man tut so, als ob derartige Angebote in Freilassing nicht existierten oder es keine anderen Wohnbauprojekte gäbe. Eins ist klar: Im Hinblick auf den Bürgerentscheid versprechen die Investoren alles, was die Bürger hören wollen. Doch an dieser Stelle eine ausdrückliche Warnung: Liebe Freilassinger, es gibt keinen städtebaulichen Vertrag, in dem diese Versprechungen fixiert werden. Was Hillebrand und Schmölzl wirklich planen, wissen nur die beiden. Wir werden es sehen, wenn es uns vor die Nase gesetzt wird. Doch dann wird alles zu spät sein. Die Chance, über die Zukunft Freilassings zu entscheiden, besteht nicht irgendwann, sondern am 19. Juli.

Einstweilen erwecken die Investoren den Eindruck, dass das Gemeinwohl in Freilassing sie Tag und Nacht umtreibt und dass sie für dieses Ziel sogar auf das große Geld verzichten, das sie mit dem Projekt verdienen könnten. Versprechen kosten eben nichts. Die ganze Wahrheit kommt erst später ans Licht.

Wie kommt der Preis zustande?

Die Realität schaut anders aus: Das Grundstück ist 12.967 Quadratmeter groß. Dafür haben die Investoren fast 5.650.000 Euro hingeblättert, das sind 435 Euro pro Quadratmeter. Wenn wir aber die zu verkaufende/vermietende Nutzfläche von 7.245 m² betrachten, dann beträgt der Nutzflächengrundpreis pro Quadrat-meter 780 Euro (Quelle: Entwurf Vorhaben- und Erschließungsplan vorgelegt am 17.2.2020).

Hinzukommen die Baukosten: Bauen ohne Schnickschnack kostet 2.750 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche. Darf’s ein bisschen solider sein? Dann sind wir schon bei 2.900 Euro.

Dazu kommen z.B. die Kosten für die Erschließung, die Tiefgarage, die Freiflächen, den Spielplatz, die Parkplätze und die Begrünung.

Damit der Investor auch die Mietwohnungen mitfinanzieren und noch gut verdienen kann, kann sich jeder ausrechnen, was er verlangen muss. Freilassinger können sich Eigentumswohnungen in Freilassing schon lange nicht mehr leisten.

Wenn Hillebrand/Schmölzl behaupten, die Wohnungen seien für Freilassinger, also eine Art Einheimischen-Modell, ist das nicht abgesichert.

Die Investoren versprechen uns trotzdem, sie werden „leistbaren Wohnraum“ schaffen. Sehr schön. Nur leider deckt sich diese Behauptung nicht im geringsten mit den Plänen, die sie der Stadt vorgelegt haben. In Wirklichkeit planen sie Luxuswohnungen.

„Leistbarer Wohnraum“ ist ein leeres Versprechen, das die Investoren nichts kostet.

Gelockt werden die Bürger mit Aussagen wie passender Wohnraum für Krankenpfleger, Kindergärtner, Verkäufer sowie für Ältere und Alleinerziehende.

Dann schaut man sich aber das tatsächliche Angebot an und sieht Folgendes:

Was bedeuten die Stufen 1 - 3?

a. Stufe 1: Jahreseinkommen 1.P.-Haushalt von 14.000 €*

b. Stufe 2: Jahreseinkommen 1.P.-Haushalt von 18.300 €*

c. Stufe 3: Jahreseinkommen 1.P.-Haushalt von 22.600 €*

In Bayern verdienen monatlich 50 % der ….(Quelle: gehalt.de:)

Verkäufer/innen zwischen 1.829 und 2.611 Euro

Kindergärtner/innen zwischen 2.160 und 3.469 Euro

Gesundheits-/Krankenpfleger zwischen 2.544 und 3.333 Euro

Liebe Freilassinger, lassen wir uns von den Versprechungen der Investoren nicht blenden. Wir brauchen Bauprojekte, die dem Wohl der Freilassinger Bürger auf dem Boden der Realität und nicht im Wolkenkuckucksheim dienen. Dieses Projekt schafft weder bezahlbaren Wohnraum, noch trägt es zu Einnahmen im Stadthaushalt bei, da der Investor in Freilassing keine Gewerbesteuer bezahlt. 

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