Aus dem Blickwinkel der Fußgänger betrachtet.

Die Vogelperspektive und die Realität

Gerne wird zum “Verkauf” von Architektur die sogenannte Vogelperspektive genutzt. Damit verliert sich selbst das geschulte Auge in den Proportionen. 

Geforderte Schnurgerüste werden aus dem gleichen Grunde sehr gerne verweigert, da diese Variante der Darstellung von Länge, Breite und Höhe für das menschliche Auge eine ganz andere, nämlich reale Größenordnung vermitteln.

Bauen um jeden Preis?

Bei den unten gezeigten Perspektiven handelt es sich um ehrenamtlich erstellte wie maßstabsgetreue Ansichten die bewusst nicht vom Anbieter übernommen worden sind. 

Diese Anblicke werden wir stets vor Augen haben, lassen wir, die Bürger von Freilassing eine derart massive Bebauung zu.

Vernichtung eines biotopwertigen Grundstücks

Aktuell wird Grund und Boden in einem Ausmaß zubetoniert als gäbe es kein Morgen.

Im Zeitalter der Vernichtung von Grund und Boden und dessen Ausbeutung durch den Menschen haben wir die Pflicht, dafür zu sorgen, dass wenigstens nicht alles – hier ein besonders wertvolles Stück Erde – unwiederbringlich vernichtet wird.

In der Planung wird darauf hingewiesen, dass nach dem Bau zwei Biotopflächen geschaffen werden. Im Umkehrschluss bedeutet dies nichts anderes als die Vernichtung des bestehenden Biotops nach Jahrzehnten der ungestörten Herausbildung.

Maisäcker im Herzen der Stadt

Nur am Rande sei erwähnt, dass es im Herzen der Stadt noch viel möglichen Baugrund gäbe. 

An diesem Ort wäre der “Preis” für das Bauen nicht so hoch wie am “Matulusgarten”. Dort steht außer hochgedüngten Mais keine besondere Vegetation. 

Wenn man schon unbedingt bauen muss dann sollte dies entsprechend dem integrierten Stadtentwicklungskonzept auf Seite 79 Punkt 05 bezüglich der dort genannten Wohnentwicklung im Innenbereich mit der Verdichtung an Sonnenfeld und Staufenstrasse geschehen. Ausdrücklich wurde bei der Erstellung des ISEK auf den Seiten 76/77 ausdrücklich festgestellt, dass das Areal an der Matulusstrasse eben nicht als potentielles Wohngebiet auszuweisen ist.

Warum neue Häuser in Deutschland alle gleich aussehen

Kurzüberblick Krankenhaus Freilassing – Heilingbrunner Schwestern

Im Bayerischen Naturschutzgesetz steht im Artikel 1: Allgemeine Verpflichtung zum Schutz der Natur:

2) Staat, Gemeinden, Landkreise .. und sonstige juristische Personen des öffentlichen Rechts sind verpflichtet, ihre Grundstücke im Sinne der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu bewirtschaften.

4) Ökologisch besonders wertvolle Grundstücke im Eigentum von Staat, Gemeinden, Landkreisen, Bezirken und sonstigen juristischen Personen des öffentlichen Rechts dienen vorrangig den Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

Chronologie Krankenhaus seit 1946

Bei Gebrauch

Thema/Aktion

wer

mit wem/an wen

Zeitpunkt

Bemerkung

Übertragung der Grundstücke mit den Flurnummern 518, 519 1/2 und 526 – Urkundennummer 1397 inkl. Kaufvertrag mit Urkundennr. 1396/46

Heilingbrunner Schwestern

Stadt Freilassing

6.12.1946

Beschluss Neubau Krankenhaus mit 130 Betten

Freilassinger Stadtrat

März 1961

Beginn Neubau 1963, Bauende 1966

Kaufvertrag mit Urkundennr. 2675/63 mit einer Zweckbindung nämlich zum Bau des Krankenhauses

Magdalena und Franziska Heilingbrunner

19.12.1963

Übernahme des KKH durch den Landkreis Laufen

Stadt Freilassing

Landkreis Laufen

1969

Übernahme des KKH durch den Landkreis Berchtesgadener Land (BGL)

Landkreis Laufen

Landkreis Berchtesgadener Land

1972

Kreistagsbeschluss Erweiterung und Sanierung des KKH Freilassing

10/2000

Beendigung 2. Bauabschnitt inkl. Sanierung des Altbaus – Gesamtkosten 28 Mio DM

10/2000

Überlassung Grundstücke 518, 519 usw.

Stadt Freilassing

Landkreis BGL und Kliniken SOB AG

2009

Fusion der Krankenhäuser BGL und Traunstein (TS) zu Kliniken SOB AG

07/2009

Ausschreibung des Grundstücks des Landkreises mit der Flurnr. 518 mit ca. 6.152 m²

Landkreis BGL

21.12.2015

Kein Angebot über Rückübertragung an die Stadt Freilassing über die geschenkte öffentliche Fläche

Ausschreibung des Grundstücks der Kliniken SOB mit der Flur Nr. 519 mit ca. 6.800 m² und den Hausnr. Matulusstraße 20, 20 A und 20 B

Landkreis BGL

21.12.2015

Kein Angebot über Rückübertragung an die Stadt Freilassing über die geschenkte öffentliche Fläche

Mehrfach Nachfrage im Stadtrat bzgl. der o.a. Flächen und den Stand der Dinge

Stadtrat

Bürgermeister

2016/2017/2018

Antwort: das ist die Sache des Landratsamts – Stadt ist nicht involviert

Antrag der Matulusgarten GmbH  auf Einleiten eines Bebauungsplanverfahrens gemäß §12 Abs. 2 Baugesetzbuch ( vorhabenbezogener Bebauungsplan)

27.02.2018

Damit Umweltprüfung im Ermessen der Kommune und das bei einem Biotop

Verkauf Grundstücke mit den Flurnummern 518 und Flurnummern 519 und 519/6

Landratsamt Berchtesgadener Land und Kliniken Südostbayern AG

Matulus Garten GmbH

9.3.2018

519 und 519/6 der Kliniken Südostbayern AG waren in der Vergangenheit Gegenstand des Kaufvertrages vom 19.12. 1963 zwischen den Heilingbrunner Schwestern und der Stadt Freilassing

Vorstellung Bauprojekt Matulusgarten im Stadtrat von Freilassing

Matulusgarten GmbH

Stadtrat

23.04.2018

Informationsveranstaltung zum Bauprojekt Matulusgarten im Rathaussaal Freilassing

6.06.2018

GFZ von 1,0 auf 0,75 gesenkt

Stadtrat

8.10.2018

Gründung Arbeitskreis der Bürgerinitiative

Antrag im Stadtrat auf Akteneinsicht zu den oben aufgeführten Grundstücken

25.3.2019

Erstbehandlung im Haupt-und Finanzausschuss auf Akteneinsicht zu den oben aufgeführten Grundstücken: Rechtsgutachten

Stadt

Landratsamt Berchtesgadener Land

24.6.2019

Antwort Landratsamt

Landrat

Stadt Freilassing

8.7.2019

Rechtsgutachten im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung

Kanzlei Heussen

Stadt Freilassing

29.7.2019

Denkmalschutzbehörde:

Sinneswandel dies steht im eklatanten Widerspruch zum Schreiben dieses Amtes aus dem Jahre 1986 Punkt 29. Das BLfDenkmalpflege wird jedenfalls eine Bebauung des Grundstücks an der Südseite stets ablehnen

Denkmalschutz

Stadtverwaltung Freilassing

30.9.2019 und 28.1.1986

Plötzliche Änderung der Sichtweise entgegen dem Schreiben von 1986

Sammlung der Unterschriften

Ab 26.10.2019

Einreichung Bürgerbegehren und Abgabe der Unterschriften notwendige Zahl 1211 bei 13.449 Gemeindebürgern bei der Einreichung: 1.320 Stimmen ausgezählt und gültig

Vertreter Bürgerbegehren

Stadt Freilassing

21.01.2020

195 Listen wurden eingereicht, 171 wurden überprüft: dies ergab 1.320 gültige Stimmen

Geheimniskrämerei von ganz oben?

Mit Datum vom 25.04.2019 bat ich um Akteneinsicht am Landratsamt:

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Landrat (Grabner),

ich habe bei der Stadtratsitzung den Antrag gestellt, dass ich die Urkunde mit der Urkunden-Nr. 1397, der zwischen der Stadt Freilassing und den zwei Schwestern Magda und Franziska Heilingbrunner am 06.12.1946 geschlossen wurde, einsehen möchte.

Die Stadt teilte mir mit, dass der Vertrag bei der damaligen Übergabe des Grundstückes mit den Flur-Nrn. 519 1/2, 518 und 526 an den Landkreis  übergegangen sind. Da noch offene Fragen im Raum stehen, bitte ich Sie, mir in diesen Vertrag Akteneinsicht zu gewähren. Auf eine Antwort bis Ende diesen Monats würde ich mich freuen. 

Mit freundlichen Grüßen

Julia Albrecht, Stadträtin Freilassing  

Antwort durch das LRA BGL erfolgte dann am 07.05.2019 durch die Abteilung FB Z 2 Finanzmanagement

Sehr geehrte Frau Albrecht,

mit Email vom 25.04.2019 baten Sie um Akteneinsicht in den Vertrag zwischen der Stadt Freilassing und den Schwestern Magda und Franziska Heilingbrunner vom 06.12.1946 mit der Urkundennummer 1397, da noch offene Fragen im Raum stünden. 

Ein allgemeines Akteneinsichtsrecht besteht bei Fiskalgeschäften nicht. Grundstücksangelegenheiten sind nichtöffentlich. Da ein zivilrechtlicher Vertrag vorliegt, fehlt es an der erforderlichen öffentlich-rechtlichen Verwaltungstätigkeit im Sinne von rt. 1 BayVwVfG.

Entschuldigen Sie bitte die späte Antwort. 

Mit freundlichen Grüßen

Es geht in die sogenannte,, Heiße Phase”

Am 19. JULI 2020 ist der Bürgerentscheid in Freilassing für Freilassinger.

Wir rufen dazu auf Eigenverantwortung für unsere Stadt zu übernehmen und Bestimmen zu können in welcher Qualität sich Freilassing entwickeln soll.

Wir leben als Bürger in Freilassing und wir dürfen uns nicht das Recht der Selbsbestimmung nehmen lassen.